Der kinesiologische Muskeltest

Was er kann – und was nicht

Im Einzelcoaching arbeite ich auf Wunsch oder bei Bedarf mit dem kinesiologischen Muskeltest. Er hilft mir an einer bestimmten Stelle im Prozess: wenn jemand sein Ziel klar benennen kann und trotzdem nicht in Bewegung kommt. Dann liegt oft ein innerer Widerspruch vor – etwas, das sich im Gespräch allein nur schwer greifen lässt.

Der Test gibt in dieser Situation ein körperliches Signal, das wir gemeinsam anschauen. Mehr nicht. Er misst nichts, er stellt keine Diagnose, und er sagt Ihnen nicht, was Sie tun sollen. Die eigentliche Arbeit beginnt danach: Wir grenzen ein, worum es geht, ordnen es ein und schauen, ob sich Ihre Sicht auf die Situation verändert.

Getestet wird meist der Deltamuskel, mit dem Sie den Arm heben. Der Test selbst ist unspektakulär – ein leichter Druck, mehr passiert nicht. Er geschieht immer in Absprache mit Ihnen und nur so weit, wie Sie es möchten.

Meine kinesiologische Ausbildung habe ich als Consultant Facilitator in der Ausbildungsreihe Three in One Concepts absolviert; Elemente weiterer Systeme fließen bei Bedarf ein.

Manche dieser Verfahren leiten aus dem Muskeltest weitergehende Hinweise ab – etwa auf einen Zeitpunkt, der mit einem Muster in Zusammenhang stehen könnte. Was dabei entsteht, behandle ich wie alles andere in diesem Prozess: als Vermutung, die sich im Gespräch bewähren muss. Trägt sie nicht, verwerfen wir sie.

Die Arbeit mit dem Muskeltest ist immer freiwillig. Wenn Sie das nicht möchten, arbeiten wir ohne – das Coaching trägt auch dann. In Seminaren und Workshops kommt er grundsätzlich nicht vor.

Das Ziel bleibt dabei dasselbe wie in jedem meiner Coachings: gemeinsam mit Ihnen eine Strategie zu entwickeln, mit der Sie Ihren Stress im Alltag besser bewältigen.

Warum ich die Grenzen des Muskeltests so deutlich benenne und was die Forschung dazu sagt, habe ich in einem eigenen Artikel beschrieben: Kinesiologie im Coaching – wie passt das mit Wissenschaft zusammen?

Meine Coaching-Methoden

Das Coaching-Gespräch

Wenn Sie überlegen, mit mir zu arbeiten, wollen Sie vermutlich wissen, was in einem Coaching konkret passiert. Auf dieser Seite finden Sie die Verfahren, mit denen ich Führungskräfte, Teams und Mitarbeitende begleite – woher sie stammen, wann ich sie einsetze und was sie bewirken.

Ich arbeite nicht nach einem festen Ablaufplan. Welche Methode zum Einsatz kommt, entscheidet sich an Ihrem Thema und daran, wo Sie im Prozess gerade stehen. Die Auswahl ist immer transparent: Sie erfahren vorher, was wir tun und warum.

Meine Haltung im Gespräch

Die Grundlage jedes Coachings ist die Gesprächsführung. Sie verbindet bei mir drei Traditionen:

Carl Rogers und die personzentrierte Gesprächsführung – das heißt praktisch: Ich höre zu, ohne zu bewerten, und ich arbeite mit dem, was Sie mitbringen, statt mit dem, was ich für richtig halte. Rogers hat dafür drei Bedingungen beschrieben: Echtheit, unbedingte Wertschätzung und Empathie. Sie klingen selbstverständlich und sind es im Alltag nicht.

Steve de Shazer und Insoo Kim Berg haben die lösungsorientierte Kurzzeitberatung entwickelt. Ihr Ansatz verlagert den Blick von der Problemanalyse zur Frage, woran Sie merken würden, dass sich etwas verändert hat. Das verkürzt Prozesse erheblich – nicht, weil Probleme unwichtig wären, sondern weil ihre vollständige Erklärung selten die Voraussetzung für ihre Lösung ist.

Friedemann Schulz von Thun liefert die kommunikationspsychologische Landkarte: die vier Seiten einer Nachricht, das Werte- und Entwicklungsquadrat, das Innere Team. Für Führungskräfte ist das oft der praktischste Teil, weil sich damit erklären lässt, warum eine sachlich richtige Aussage im Team trotzdem falsch ankommt.

Über strukturierte Fragen und ein Gespür für das, was im Raum ist, begleite ich Sie dabei, sich selbst Antworten zu geben. Ich liefere keine Lösungen, die von außen kommen – die halten erfahrungsgemäß nicht.

Die Methoden im Einzelnen

Das Innere Team

Das Innere Team ist ein Modell von Friedemann Schulz von Thun. Es beschreibt die Beobachtung, dass wir in schwierigen Situationen nicht mit einer Stimme sprechen, sondern mehrere widerstreitende innere Anteile haben – etwa den, der Klarheit will, und den, der die Beziehung nicht gefährden möchte.

Ich setze das Modell ein, wenn Sie in einer Entscheidung feststecken oder eine Situation Sie stärker beschäftigt, als es der Anlass hergibt. Wir machen die beteiligten Stimmen sichtbar, geben ihnen einen Namen und hören jede einzelne an. Häufig zeigt sich dabei, dass der scheinbar störende Anteil ein berechtigtes Anliegen vertritt.

Das Ergebnis ist keine ausgeschaltete Gegenstimme, sondern eine innere Klärung – und damit eine Entscheidung, die Sie nicht nach zwei Wochen wieder revidieren.

Die Fünf Säulen der Identität

Die Fünf Säulen der Identität gehen auf Hilarion Petzold und die Integrative Therapie zurück. Das Modell versteht Identität als etwas, das auf fünf Bereichen ruht: Leiblichkeit und Gesundheit, soziales Netz, Arbeit und Leistung, materielle Sicherheit sowie Werte und Sinn.

Für Führungskräfte ist dieses Modell besonders aufschlussreich, weil die Säule „Arbeit und Leistung" oft übermäßig belastet ist, während andere über Jahre schmal geworden sind. Solange alles läuft, fällt das nicht auf. Bei einer Umstrukturierung, einem gesundheitlichen Einbruch oder einem Konflikt im Team schon.

Wir schauen uns die fünf Säulen gemeinsam an und prüfen, wo Tragfähigkeit fehlt. Das ist häufig der Einstieg in eine Stressberatung, die über Entspannungstechniken hinausgeht.

Kreatives Ziel-Coaching nach dem Zürcher Ressourcen Modell

Das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) wurde von Maja Storch und Frank Krause an der Universität Zürich entwickelt. Es beruht auf dem Rubikon-Modell der Handlungsphasen und auf neurowissenschaftlichen Befunden zu somatischen Markern: Vorsätze, die nur der Verstand gefasst hat, setzen sich im Alltag selten durch. Tragfähig werden Ziele erst, wenn auch das emotionale Erfahrungsgedächtnis zustimmt.

Praktisch arbeiten wir mit Bildern statt mit Zielformulierungen und entwickeln daraus ein sogenanntes Motto-Ziel – eine Haltungsformulierung, die sich für Sie stimmig anfühlt. Anschließend bauen wir einen Ressourcenpool auf und planen den Transfer in konkrete Situationen.

Das ZRM ist eines der am besten untersuchten Selbstmanagement-Verfahren im deutschsprachigen Raum. Ich nutze es vor allem dann, wenn Sie sich etwas fest vorgenommen haben und es trotzdem nicht umsetzen.

Zeitlinien-Arbeit und Job-Life-Line

Bei der Zeitlinien-Arbeit bringen wir Ihre berufliche oder persönliche Entwicklung in eine sichtbare Form – als Linie mit Stationen, Brüchen und Wendepunkten. Die Job-Life-Line ist die auf den Berufsweg bezogene Variante.

Der Nutzen liegt im Abstand. Solange Sie mitten in einer Situation stehen, wirkt sie einzigartig. Auf der Linie werden Muster erkennbar: welche Entscheidungen Sie unter Druck getroffen haben, welche Konstellationen sich wiederholen, an welchen Punkten Sie tatsächlich gewählt haben und an welchen Sie sich haben treiben lassen.

Ich setze das Verfahren bei beruflichen Weichenstellungen ein und dort, wo jemand den roten Faden im eigenen Werdegang nicht mehr erkennt.

Systemische Strukturarbeit

Die Systemische Strukturaufstellung nach Insa Sparrer und Matthias Varga von Kibéd macht Beziehungsgefüge räumlich sichtbar – im Einzelcoaching mit Figuren oder Bodenankern, im Teamcoaching mit den Beteiligten selbst.

Aufgestellt werden dabei nicht nur Personen, sondern auch Anliegen, Ziele oder Hindernisse. Was sich im Gespräch nur umständlich beschreiben lässt, wird im Raum in wenigen Minuten anschaulich: wer wem zugewandt ist, wer außen steht, wo eine Position fehlt.

Ich setze das Verfahren ein, wenn eine Situation unübersichtlich geworden ist – etwa bei Rollenunklarheit in einer Abteilung oder bei Konflikten, an denen mehr Beteiligte hängen als zunächst sichtbar.

Was ich nicht tue

Coaching ist keine Heilbehandlung. Ich stelle keine Diagnosen, behandle keine Krankheiten und ersetze keine Psychotherapie. Wenn sich im Verlauf zeigt, dass ein Thema in ärztliche oder therapeutische Hände gehört, spreche ich das an und unterstütze Sie bei der Suche nach der passenden Stelle.

Ausführlich habe ich das in meiner Ausschlusserklärung festgehalten.

 

systemischen Strukturaufstellung im Einzelcoaching
Systemische Strukturarbeit im Einzelcoaching: Rollen und Anliegen werden im Raum sichtbar gemacht - hier beispielhaft mit Bausteinen

Ihr nächster Schritt

Welche Methode zu Ihrem Anliegen passt, klären wir in einem kurzen Kennenlerngespräch von rund 30 Minuten – unverbindlich und ohne Kosten.


Häufige Fragen zu meinen Coaching-Methoden

Nach welchen Methoden arbeiten Sie im Coaching?

Die Grundlage ist eine lösungsorientierte, personzentrierte Gesprächsführung nach Carl Rogers, Steve de Shazer und Friedemann Schulz von Thun. Je nach Thema kommen das Innere Team, die Fünf Säulen der Identität nach Petzold, das Zürcher Ressourcen Modell, Zeitlinien-Arbeit oder systemische Strukturarbeit hinzu. Im Einzelcoaching arbeite ich auf Wunsch zusätzlich mit dem kinesiologischen Muskeltest.

Zuletzt aktualisiert am 30.08.2026 von Marina Kuckertz.

Was ist das Zürcher Ressourcen Modell?

Das Zürcher Ressourcen Modell (ZRM) ist ein Selbstmanagement-Verfahren von Maja Storch und Frank Krause, entwickelt an der Universität Zürich. Es verbindet das Rubikon-Modell der Handlungsphasen mit Erkenntnissen zu somatischen Markern. Ziele werden dabei nicht als To-do formuliert, sondern als Motto-Ziel – eine Haltung, der auch das emotionale Erfahrungsgedächtnis zustimmt.

Zuletzt aktualisiert am 30.08.2026 von Marina Kuckertz.

Was ist das Innere Team? 

Das Innere Team ist ein kommunikationspsychologisches Modell von Friedemann Schulz von Thun. Es beschreibt widerstreitende innere Anteile als Team, das sich anhören und moderieren lässt. Im Coaching hilft es dabei, innere Blockaden bei Entscheidungen zu klären.

Zuletzt aktualisiert am 30.08.2026 von Marina Kuckertz.

Muss ich mich auf Kinesiologie einlassen?

Nein. Der kinesiologische Muskeltest ist ein optionales Element im Einzelcoaching und wird nur nach ausdrücklicher Absprache eingesetzt. Wenn Sie das nicht möchten, arbeiten wir mit den übrigen Verfahren. In Seminaren und Workshops kommt er grundsätzlich nicht vor.

Zuletzt aktualisiert am 30.08.2026 von Steffen Wargalla.

Worin unterscheidet sich Coaching von Psychotherapie?

Coaching richtet sich an gesunde Menschen mit konkreten beruflichen oder persönlichen Anliegen und arbeitet ziel- und ressourcenorientiert an der Gegenwart. Psychotherapie behandelt Erkrankungen mit Krankheitswert und unterliegt dem Heilpraktikergesetz. Ich stelle keine Diagnosen und behandle keine Krankheiten.

Zuletzt aktualisiert am 30.08.2026 von Marina Kuckertz.