Coach Aachen Marina Kuckertz

Wie arbeitet ein Coach aus Aachen? Was genau ist Coaching?

Marina Kuckertz, Coach aus Aachen, fasst zusammen

In meiner 12-jährigen Tätigkeit als Coach in eigener Praxis in Aachen begegnen mir regelmäßig vier Fragen, die von meinen Klienten an mich herangetragen werden:

  • Was ist Coaching?
  • Wie arbeitet ein Coach?
  • Welche Ziele werden im Coachingprozess verfolgt?
  • Woran kann ich einen guten Coach erkennen?

Mit der Beantwortung dieser Fragen beschäftigt sich der nachfolgende Artikel. Mein Anliegen ist es dem potenziellen Klienten transparent zu machen, was ihn im Coaching erwartet. 

Beginnen wir an dieser Stelle mit der Antwort zur Frage:

Was ist Coaching?

Coaching ist ein bewusst herbeigeführter Begleitungsprozess zwischen einer oder mehreren Personen (die Coachee oder Klienten genannt werden) sowie einem Coach. Der Begleitungsprozess zeichnet sich durch Vertrauen, Diskretion, Freiwilligkeit, gegenseitige Akzeptanz sowie einer Begegnung auf Augenhöhe aus. Innerhalb eines Coachingtermins geht es darum für den jeweiligen Klienten ein Anliegen zu klären, welches ansonsten unausgesprochen bleibt. Häufig handelt es dabei um einen „wunden Punkt“, der nicht selten für den Klienten einen gefühlten „Gesichtsverlust" bedeutet. Ziel des Coaching ist es jedoch diesen Gesichtsverlust zu verhindern. Oftmals ist der Coach die Person, mit dessen Hilfe an Themen gearbeitet wird, die jahrelang vernachlässigt oder beiseite gestellt wurden und großes Ressourcenpotenzial enthalten. Coaching stellt inhaltlich eine Kombination aus individueller Hilfe zur Bewältigung verschiedener Anliegen sowie eine persönliche Begleitung dar. Der Coach gibt dabei keine Lösungsvorschläge vor sondern dient dem Klienten eher als eine Art „Hebamme“, sodass der Klient eigene Lösungen entwickeln kann. Der Coach fokussiert einerseits das Erkennen von Ursachen, die z. B. zur jeweiligen Situation geführt haben und anderseits die Identifikation und Lösung der dahinterliegende Prozesse.

Coaching ist somit absichts-, ziel- und lösungsorientiert. Was bedeutet, dass der Klient lernt, über Selbstreflexion und Selbstwahrnehmung, sein Anliegen eigenverantwortlich zu lösen, klare Zieldefinitionen zu formulieren und diese selbstorganisiert zu erreichen.

Zusammenfassend kann gesagt werden: Coaching ist „Hilfe zur Selbsthilfe“.

Wie arbeitet ein "Prozessbegleiter"?

Der Coach arbeitet transparent. Das bedeutet, dass der Coach ein ausgearbeitetes Konzept hat, welches sein Vorgehen erklärt. Innerhalb der Termine sollte es einen festgelegten Rahmen geben, in dem deutlich wird, welche Interventionen, Methoden und Techniken in der gemeinsamen Arbeit Anwendung finden. Z. B. wie angestrebte Prozesse ablaufen können und welche Wirkzusammenhänge im Miteinander zu berücksichtigen sind. Manipulative Methoden oder ein derartiges Vorgehen sollte dabei keinesfalls Inhalt finden, da dies der Förderung des Bewusstseins widersprechen würde.

Häufig findet Coaching in mehreren Terminen statt. Sie sind zudem zeitlich begrenzt, da ein weiteres Ziel des Coach ist, sich überflüssig zu machen.

Um Klienten bestmöglich begleiten zu können, ist es für den Coach zusätzlich hilfreich psychologische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse sowie praktische Erfahrung bezüglich der Klientenanliegen zu haben. Nur dann können Klientensituationen fundiert eingeschätzt und Klienten bei der Lösungsfindung bestmöglich begleitet werden.

Welche Zielkategorien werden innerhalb der Prozesse verfolgt?

Fassen wir die vielfältigen und individuell formulierten Klientenziele zusammen, so können diese in

  • defizitorientierte
  • präventionsorientierte
  • leistungsorientierte
  • potenzialorientierte

Zielkategorien eingeteilt werden.

Doch was bedeuten diese Kategorien genau?

Mit dem Begriff defizitorientierte Ziele ist gemeint, dass es sich bei dem Ausgangspunkt des Coachings um ein problematisches Verhalten oder um eine akute Problemsituation handelt. Diese gilt es zu lösen, in den meisten Fällen durch Erkennen und Anwenden der eigenen Ressourcen. Ein Beispiel für solch ein Ziel könnte sein, dass Sie sich in einem Konflikt befinden, den sie selbst provoziert haben und nun nach einem positiven Ausgang der Situation streben.

Präventionsorientierte Zielsetzungen werden formuliert bevor eine herausfordernde Situation oder die damit verbundenen Verhaltensweisen sichtbar werden. Z. B.: Es kündigt ein Kollege und sie dürfen sich neu organisieren, um einer möglichen Überlastung vorsorglich zu begegnen.

Bei leistungsorientierten Zielen steht der Ausbau von Leistungsbereitschaft und Leistungsfähigkeiten im Vordergrund. Beispielsweise taucht solch ein Thema auf, in dem Moment wo Sie einen Job wechseln, um eine Karrierestufe weiter nach oben zu steigen.

Potenzialorientierte Zielsetzungen fassen berufliche und/oder persönliche Entwicklungen eines Klienten ins Auge. Hier könnte es sich in einem Coaching um das Erkennen der eigenen Stärken und Schwächen hinsichtlich der persönlichen Kommunikations-fertigkeiten handeln.

Aus dem bisher Geschriebenen wird sich vermutlich nun in dem ein oder anderen Leser die Frage entwickeln:

Woran kann ich einen guten "Prozessbegleiter" erkennen?

An dieser Stelle seien einige hilfreiche Tipps aufgelistet, die beim Finden des richtigen Coaches unterstützen können:

  • Recherchieren Sie, ob der Coach eigene Veröffentlichung hat. Häufig können Sie hierüber schon die persönliche Haltung und / oder die Qualität des Coaches anhand der von ihm / ihr publizierten Texte erkennen.
  • Bietet der Coach ein kostenloses und unverbindliches Erstgespräch, in dem all Ihre offenen Fragen geklärt werden können?
  • Welche Qualifikationen hat der Coach?
  • Welche Ausbildungen wurden absolviert?
  • Wieviel Berufserfahrung hat der Coach?
  • Gehört der Coach einem Berufsverband an? Hat der Coach und / oder der Verband eine Zertifizierung?
  • Bucht der Coach selbst Coachings / Supervisionen / Beratungen, um problematische Fälle aufzuarbeiten oder um sich weiterzuentwickeln?
  • Wie häufig nimmt der Coach selbst an Weiterbildungsmaßnahmen teil?
  • Erfragen Sie welche Schwerpunkte der Coach in seiner Arbeit setzt und gleichen Sie diese mit Ihrem Anliegen ab, ob diese für Sie stimmig sind.
  • Fragen Sie im Gespräch nach etwaigen ähnlichen Fällen wie Ihrem. Sie erforschen somit den Erfahrungsschatz des Coach bezüglich Ihrem Anliegen.
  • Fragen Sie zusätzlich, ob der Coach die Möglichkeit hat oder bereit ist Referenzen zu nennen. Dort könnten Sie sich bei Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt nach dessen Arbeit erkundigen.
  • Ist der Coach in Ihrer Region mit anderen Dienstleistern gut vernetzt?
  • Lassen Sie sich das ethische Selbstverständnis des Coaches erläutern!
  • Sprechen Sie offen über das Honorar und die Zahlungsmodalitäten und wägen Sie für sich ab, ob das Kosten-Nutzen-Verhältnis für Sie passend ist.
  • Erfragen Sie, wie der Coach mit z. B. schwerwiegenden psychischen Problemen oder Abhängigkeiten umgeht. An dieser Stelle sollte er sich eindeutig abgrenzen und den Klienten auf psychotherapeutische oder medizinische Hilfe hinweisen.

Zu guter Letzt:

Ein Tipp am Rande von der Fachfrau: Neben all den oben genannten wirklich wichtigen Aspekten zum Auffinden eines guten Coaches verlassen Sie sich bitte zusätzlich auf Ihr Bauchgefühl! Denn eine stimmige gemeinsame Arbeit basiert letztendlich auf einer offenen und vertrauensvollen zwischenmenschlichen Beziehung.

Ich wünsche Ihnen ein erfolgreiches Finden Ihres persönlichen Coaches sowie ein richtig gutes Gelingen bei der Prozessarbeit!

Literaturquelle:

Rauen, Christoph, Praxis der Personalpsychologie: Coaching, 3., überarbeitete und erweiterte Auflage, 2014, Göttingen: Hogrefe Verlag GmbH & Co. KG

Zur Autorin des Artikels:

Marina Kuckertz lebt seit 43 Jahren in der Städteregion Aachen. Seit 12 Jahren arbeitet sie in Würselen als selbstständiger Coach. Ihre Arbeitsschwerpunkte im Coaching fokussieren sich auf Stressmanagement, Persönlichkeitsentwicklung und Konfliktlösung. Hauptsächlich gibt sie Einzelcoachings. Ergänzend leitet sie in klein- und mittelständischen „Profit“ und „Non Profit“ Unternehmen / Institutionen Team- und Führungskräftecoachings, vorwiegend im Kreis Aachen.

Sie gehört dem Berufsverband „Begleitende Kinesiologie“ (DGAK e. V.) an. Ehrenamtlich ist sie Vizepräsidentin des Forum Werteorientierung in der Weiterbildung (FWW e. V.)

Zurzeit bildet sie sich in Form eines dualen Bachlorstudiums im Bereich Gesundheitspsychologie und Medizinpädagogik an der Fachhochschule für Ökonomie und Management am Standort Aachen weiter.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.marina-kuckertz.com.

 

Dieser Artikel wurde am 13. Oktober 2019 in Würselen / Aachen von Marina Kuckertz Coaching, Rathausstr. 23, 52146 Würselen (bei Aachen) veröffentlicht.

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